Die DB Datenkrake schaut auch beim Kaffeetrinken zu
Erst denkt man: Das kann doch nicht wahr sein, aber die Datensammelwut der DB erreicht jeden Tag neue Auswüchse.
Ob man es glauben mag oder nicht. Auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin am 20.2.2026 kommt – dank der Serviceinitiative von Frau Palla – jetzt auch in der zweiten Klasse wieder ein Bordbistro-Mitarbeiter durch den Zug und bietet frisch gebrühten Kaffee oder Cappuccino an. Für 4,20 Euro, schon ein stolzer Preis. Aber für den Service nicht von Wagen 2 im langen ICE 4 bis zum Bordbistro in Wagen 10 laufen zu müssen, zahlt man dann doch gerne. Nach dem der Kaffee auf dem Tisch abgestellt und bezahlt war, gab der DB-Servicemitarbeiter die Waggon- und Platznummer, bei der er den Kaffee verkauft hatte, in sein dienstliches Smartphone ein. Auf meine Frage, was das denn solle: „Ja, das sei eine neue Anweisung“.
Es ist klar, was, neben der Leistungskontrolle der Mitarbeiter, ob sie denn wirklich bis in die Zugspitze vorgelaufen seien, um Kaffee anzubieten, damit verbunden ist: So kann die DB, die bei online verkauften und kontrollierten Fahrkarten auch sofort den kompletten Datensatz des Bahnreisenden hat, jetzt diesen auch noch ideal mit den Konsum- und Verzehrgewohnheiten des Bahnreisenden verknüpfen. Aus dem Datensatz, den die DB von registrierten Bahnkunden hat, kann sie zahlreiche Schlüsse ziehen: Kaufgewohnheiten von Bahntickets, Einkommensniveau, Alter, Adresse, Wohnort usw. Die Zahl der möglichen Kombinationen und Rückschlüsse auf alles Mögliche ist immens und nicht kontrollierbar.
Fehlt nur noch eins, dass die Servicemitarbeiter künftig auch noch auf ihrem Handy vermerken müssen, ob der Bahnreisende zu dem Kaffee mitgebrachte Stullen verzehrt…..
Michael Jung – Prellbock-Hamburg

