Pressemitteilung von Prellbock Altona zum Oberleitungsschaden auf den Elbbrücken

Oberleitungsschaden auf den Elbbrücken legt Schwächen der Hamburger Bahninfrastruktur schonungslos offen!

Daher muss eine 2. Eisenbahnelbquerung  schnellstmöglich gebaut werden!

Ein im Eisenbahnbetrieb eher häufiger auftretender Störfall – Riss einer Oberleitung, wie am späten Freitagabend des 16.12.22 – führt mal wieder zu tagelangem Chaos im Bahnverkehr von Hamburg in den Süden mit enormen Belastungen für die Pendler und Reisenden im beginnenden Weihnachtsverkehr. Allein dass die Evakuierung der nur 35 Fahrgäste mehr als zwei Stunden gedauert hat, zeigt zudem Schwächen im Rettungskonzept. Überhaupt nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein vollbesetzter Metronom und ein vollbesetzter ICE mit jeweils rund 900 Passagieren hätte evakuiert werden müssen!

Deutsche Bahn und der Hamburger Senat wissen seit Jahren um das kritische Nadelöhr Elbbrücken. Allein drei Großstörfälle in diesem Jahr haben mehr als deutlich gemacht, dass hier höchster Handlungsbedarf besteht.

Aber was machen Senat und DB: Sie geben erst auf politischen Druck des Harburger Bundestagsabgeordneten Metin Hakverdi eher lustlos eine Studie in Auftrag, deren Ergebnisse schon längst hätten vorliegen müssen. Zwischenergebnisse der Studie werden geheim gehalten. Der Hamburger Verkehrssenator erklärt sogar offen, dass eine 2. Eisenbahnelbquerung im Hamburger Westen für ihn keine höchste Priorität hat.

Die andauernden Betriebsstörungen auf den Elbbrücken sind auch eine nicht hinnehmbare Belastung für die Hamburger Hafenwirtschaft, die aufgrund der zu geringen Zuverlässigkeit des Hafenhinterlandverkehres unter Ladungsrückgängen leidet.

Fazit: Der Hamburger Schienenverkehr – S-Bahn, Regional-Güter- sowie Personenfernverkehr – ist höchst anfällig für diese durchaus realistischen Störfallszenarien. Und was tut die Hamburger Politik? Konzeptionslos wird an Projekten wie der Bahnhofsverlagerung von Altona nach Diebsteich weitergebaut, anstatt sich mit den wirklichen Schwach- und Engpassstellen im Hamburger Schienennetz zu befassen. Bahn und Politik haben in Hamburg dafür zu sorgen, dass Rückfallebenen / Ausweichstrecken geplant und gebaut werden, um den Eisenbahnverkehr in Hamburg gegen große Störfälle abzusichern.

Prellbock-Altona fordert daher die sofortige Einrichtung einer Planungstaskforce, die das Projekt einer 2. Eisenbahnelbquerung in Tunnellage im Westen von Hamburg ungefähr parallel zur A7 vorantreibt. Dieses Projekt hat für die Stabilisierung der deutschen Transportinfrastruktur die gleiche Bedeutung wie ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven. Bei entsprechendem politischen Willen könnte eine solche Elbquerung bis 2027 fertiggestellt sein.

Diese Elbquerung erlaubt nicht nur eine deutliche Verkürzung der Fahrzeiten vom Westen Schleswig-Holsteins in den Nordosten Niedersachsens, sondern ist auch in der Lage, den Hauptbahnhof nachhaltig zu entlasten und den teuren, technisch schwierigen und aufwendigen Verbindungsbahnentlastungstunnel mit seinen stadtzerstörerischen Nebenwirkungen überflüssig zu machen.

Dazu Michael Jung, Sprecher von Prellbock-Altona e.V.:
 „Die Erkenntnis aus dem Elbbrücken-Störfall muss sein, dass Hamburg schnellstens eine zweite Eisenbahnelbquerung benötigt. Bei richtiger Planung ist diese in der Lage, den Hauptbahnhof nachhaltig zu entlasten und den Milliarden schweren Verbindungsbahnentlastungstunnel überflüssig zu machen. Zudem ist das klimaschädliche Großprojekt „Bahnhofsverlagerung Altona nach Diebsteich“ umgehend einzustellen, da mit den jetzigen Planungen Hamburg seine Eisenbahnzukunft irreversibel verbaut und Geld verschwendet wird, welches für andere Projekte dringend gebraucht wird.“

Pressemitteilung als PDF-Datei

Michael Jung
Sprecher der Bürgerinitiative Prellbock Altona e.V.
Für starken Umwelt- und Klimaschutz
Verkehrswende – starke Schiene für Hamburg
Für mehr Fahrgastkomfort mitten in der Stadt
info@prellbock-altona.dewww.prellbock-altona.de

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